Dorftratsch Bad Klosterlausnitz

1. Februar 2010

Materynka 3.Teil – die Kinder

Abgelegt unter: Weihnachten im ukrainischen Kinderheim — admin @ 04:01

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Die Direktorin stellte uns ihren Plan für unseren Aufenthalt vor und Johanns Freundin Lena übersetzte.

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Es wurde schnell deutlich, das der „Plan“ eine Vorgabe für uns darstellen sollte und Abweichungen vom „Plan“ nicht vorgesehen waren.

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Danach bat sie uns zum Abendbrot, das in einem extra Raum neben dem Speisesaal der Kinder für uns hergerichtet war. Nach dem Plan sollten wir essen und uns im Anschluss daran bis zum nächsten Tag in unserem Raum aufhalten.

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Eine Kontaktaufnahme zu den Heimkindern gestaltete sich also schwieriger als erwartet. Zum Glück ging die Direktorin dann nach Hause und wir baten ein Mädchen uns ihren Gruppenraum zu zeigen. Das Mädchen hieß Julia. Und sie entpuppte sich regelrecht als “Türöffner” bei der Kontaktaufnahme zu den anderen Kindern.

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Im Gruppenraum von Julia lebten Jungen im Alter zwischen 10-12 Jahren und zwei ältere Mädchen Julia und Anaststasia. Die Jungen waren zunächst sehr zurückhaltend.

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Erst als Basti mit einem von ihnen Armdrücken machte, brach das Eis und nun wollte sich jeder mit jedem messen. Im Verlaufe des Abends blieb es dann auch nicht beim Armdrücken.

Da die wenigsten von uns russisch oder ukrainisch sprachen und die Kinder kein Englisch oder eine andere uns vertraute Sprache, waren wir im Umgang mit den Kindern auf körperliche Spiele angewiesen. Spät am abend kam Julia noch zu uns in den Gruppenraum und wir erfuhren auf diese Weise, dass den Kindern gar nicht so recht bewußt war, dass am nächsten Tag Weihnachten wäre.


Am nächsten Tag bekamen wir wieder unser separates Frühstück, obwohl Maria Anatolewna uns eigentlich zugesagt hatte, dass wir die Mahlzeiten immer mit den Kindern einnehmen könnten. Dann sagte uns auch noch Lena ab, die aufgrund einer Erkrankung ihres Bruders und ihrer Mutter nicht zum Dolmetschen zu uns kommen konnte.

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Gott sei Dank erreichte Johann noch zwei andere Freunde: Roman und Ivana, die zumindest fließend Englisch sprachen und sich sofort bereit erklärten zu uns zu kommen. Nach dem „Plan“ sollten die Kinder nun ein kleines Konzert für uns geben, bevor wir die Geschenke überreichen. Was dann auch so geschah.

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Der Trikotsatz und die Fußbälle waren ein großer Renner.

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Dann wurden unsere Geschenke verteilt.

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Ob die Kinder ihre Geschenke gut fanden, konnten wir erst gar nicht so recht feststellen, da es dort unüblich ist, ein Geschenk sofort auszupacken. Man wartet bis man allein ist.

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Taschenwärmer kannten sie jedenfalls nicht, wie uns ihre verständnislosen Gesichter zeigten. Später liefen sie dann aber doch gleich in den neuen Pullovern herum oder trugen ihre Spielsachen mit sich.

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Ein Junge gab besonders auf seine neue Taschenlampe acht und wenn er sie aus der Hand legte, bat er einen von uns, auf sie aufzupassen.

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Nach einem sehr gewöhnungsbedürftigen Mittag (kalte gesüßte Linsensuppe mit Mohn u.ä.) fuhren wir mit einigen Kindern in deren Kirche und in einen Park.

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Das Benzin mussten wir aber selbst bezahlen, sonst wäre der Bus nicht verfügbar gewesen.

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Der Spaziergang durch den Park war eine anhaltende Schneeballschlacht.

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Und weil wir einmal nass waren, hängten wir dann gleich noch ein Fußballspiel mit ein paar der Jugendlichen im Tiefschnee dran. Zum Glück lag der Schnee kniehoch. So war die Blamage für uns nicht ganz so groß. Das Trocknen der Sachen war eine langwierige Angelegenheit. Der Elektroheizkörper, der extra für uns herbeigeschafft worden war, hatte das Kabel von der Dicke eines Klingeldrahts überfordert und schon am ersten Abend einen Kurzschluss erzeugt. Wenigstens waren die Fenster überall mit Klebestreifen abgedichtet.


Etwas aufgewärmt besuchten wir dann den uns nun schon bekannten Gruppenraum. Der laufende Fernseher, auf den sich Elias und Salomé stürzten,wurde jedoch sofort nach Anordnung der Erzieherin ausgeschaltet. Stattdessen sollte sich um den “Besuch” gekümmert werden. Diese Anweisung war für die Kinder viel schöner als Fernsehen. Dies, so erklärte uns ein Jugendlicher, sei das Einzige, was sie sonst jeden Tag tun und es langweile ihn.


Während einige Kinder ihre Weihnachtsgeschenke hervorholten,um Anne in Abalone herauszufordern,

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um Basti in Tictactoe zu schlagen

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oder ein Auto aus Legosteinen zu bauen,

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maßen andere ihre Kräfte auf verschiedenste Weise.

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Wir konnten erkennen, dass die Kinder ihre Spielsachen auch miteinander teilten oder untereinander austauschten.

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Essen hätten wir diesmal mit den Kindern können. Die Direktorin hatte sich für die nächsten zwei Tage überraschend verabschiedet. Ein gemeinsames Essen scheiterte aber auch an den unterschiedlichen Essgewohnheiten. Keines der Heimkinder benötigte für eine Mahlzeit je länger als 5 min, die meisten sogar weniger. Aufgrund des anhaltenden Schneefalls entschieden wir einen Tag eher als geplant abzureisen.

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Zum Abschied richteten wir für die Kinder noch ein kleines Fest aus, bei dem wir das Trampolin, das wir ihnen mitgebracht hatten, in unserem Gruppenraum aufbauten.

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Dieses entpuppte sich dann auch als richtig große Freude für die Kinder, die bis zur letztmöglichen Sekunde ausgekostet wurde.

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Auch die Süßigkeiten und Chips verschwanden in Sekundenschnelle in vielerlei Hosentaschen.

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Auch die älteren Kinder hatten inzwischen Kontakt zu uns aufgenommen und unterhielten sich noch bis spät abends mit uns. Auch ohne Dolmetscher gelang uns die Verständigung inzwischen ganz gut. So erfuhren wir auch, dass das Leben im Heim grundsätzlich nicht so schlecht ist, aber sehr eintönig.

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Am nächsten Morgen brachen wir auf, legten aber noch einen kurzen Zwischenstopp in einer evangelischen Kirche ein, die die Verteilung von Hilfsgütern an besonders bedürftige Familien organisiert. Wir wurden mitten im Weihnachtsgottesdienst herzlich aufgenommen. Unser Erscheinen dort wurde wie ein kleines Wunder betrachtet, da der Pfarrer genau in dem Moment über das Geben und Mildtätigkeit gesprochen hatte. Johann erkannte in dem Pfarrer einen alten Bekannten wieder.

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Dann traten wir endgültig die Heimfahrt an, die aufgrund des heftigen Schneefalls einen ganzen Tag länger dauerte und an alle Fahrer größte Anforderungen stellte.

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